Social Networks als Werbemedium
Fast acht Millionen Deutsche sind derzeit beim Social Network Facebook registriert, darunter rund 6,5 Millionen im „werberelevanten“ Alter von 16 bis 49. Ein hochinteressanter Markt, der naturgemäß ein hohes Umsatzpotenzial birgt. Kein Wunder also, dass sich die Macher von Facebook ein Werbemodell haben einfallen lassen, das dem von Google („Adwords“) ähnelt: Man gründet eine sogenannte Fanpage (z. B. rund um Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung), definiert eine Kleinanzeige, gibt die Zielgruppe an (Wohnort, Alter, Bildungsstand) und bestimmt ein maximales Tagesbudget. Fertig. Es lassen sich Interessengruppen innerhalb der Facebook-Community gezielt ansprechen, und zwar jene, die zu Ihrem Angebot in einer gewissen Beziehung stehen. So könnte eine Anzeige für Grill-Utensilien beispielsweise Gruppen im Bereich Camping interessieren.
An einem ähnlichen Konzept soll im Moment auch der Kurznachrichtendienst Twitter basteln. Insidern zufolge sind Kleinanzeigen mit den für Twitter typischen 140 Zeichen geplant. Ob und wann dieser Service Realität wird, steht noch in den Sternen. Eines ist aber sicher: Die Verlockungen sind zu groß, als das ein mitgliederstarkes Netzwerk ganz auf Werbeeinnahmen verzichtet würde. Immerhin generiert Platzhirsch Google rund 60 Prozent seines Umsatzes mit Adwords. Und dabei geht es um die Kleinigkeit von 20 Milliarden Dollar pro Jahr.
Ganz ohne Werbebudget lassen sich Facebook und Twitter natürlich auch nutzen, aber dafür ist Fingerspitzengefühl gefragt. Kommt die Werbung zu plump daher, erreicht man das genaue Gegenteil: Die Besucher wenden sich ab, aus anfänglichen Freunden werden zunächst Skeptiker und dann vielleicht auch Hasser. Wichtigste Maßnahme: Gründen Sie zunächst eine Fanpage, die den Mitgliedern einen Mehrwert bietet. Der zuvor genannte Anbieter von Grill-Utensilien könnte beispielweise spezielle Rezepte vorstellen und zum Mitmachen aufrufen („schick uns dein bestes Grill-Rezept“). Eine kleine Verlosung unterstützt die Aktion. Auf keinen Fall sollten Sie in die Werbesprachen wechseln. Kommunizieren Sie mit den Mitgliedern wie mit Freunden, nicht wie mit Kunden. Sie werden sehen: Wenn Sie genügend Zeit und Überlegung investieren, können soziale Netzwerke richtig Umsatz bringen.
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