Cash is King - gerade jetzt!

Selbst vortreffliche Bilanzzahlen und ein makelloser Score bei der Bonität bringen Banken und Sparkassen derzeit nur selten dazu, Kreditlinien zu erhöhen oder Finanzierungen zu akzeptieren. Fast hat es den Anschein, dass nur derjenige Geld bekommt, der eigentlich keines braucht. Ausreichende Liquidität ist für ein Unternehmen bekanntlich lebenswichtig, und wenn das Geld nicht von außen kommt, muss es „von innen“ sozusagen erwirtschaftet werden. Wesentliche Voraussetzung ist dabei ein aktives „Working Capital Management“ (Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten).

Hier unsere Tipps:

Effektives Controlling

Engpässe im Cashflow müssen erkannt werden, bevor sie entstehen. Dazu ist es erforderlich, sämtliche Einnahmen- und Ausgaben tagesaktuell zu kontrollieren. Und nicht erst dann, wenn das Finanzamt seine Erklärungen haben will. So kommen Sie säumigen Zahlern viel schneller auf die Spur (Stichwort: Forderungsmanagement) und erkennen ungewöhnliche Ausgaben rasch genug, um sie vielleicht noch rückgängig zu machen. Allerdings: Ohne Online-Banking ist das Controlling nicht zeitnah möglich. Wenn Sie Datenschutzbedenken haben: Investieren Sie 20 bis 40 Euro in ein Smartcard-Lesegerät für den PC und besorgen Sie sich von Ihrer Bank oder Sparkasse eine HBCI-kompatible Geldkarte für Ihr Konto. Mit dieser Kombination ersparen Sie sich nicht nur die ständige Eingabe von TANs und PIN, sie definiert auch den technisch derzeit bestmöglichen Sicherheitsstandard.

Im Einkauf liegt der Gewinn

Handeln Sie nach dieser klassischen Kaufmannsregel und definieren mit Ihren Lieferanten neue Bedingungen. Das Mindeste, was Sie herausschlagen sollten, ist die Skontierung. Dann müssen Sie zwar schon nach einigen Tagen zahlen, doch dafür sparen Sie zwei oder sogar drei Prozent bei der Kaufsumme. Achten sollten Sie außerdem auf schnellen Lagerumschlag, da hier Ihr Kapital gebunden ist. Optimieren Sie die Logistikkette zwischen Hersteller beziehungsweise Großhändler und Ihren Kunden. Wählen Sie nicht immer den schnellen (und damit teuren) Versandweg, sondern planen Verkaufsaktionen so, dass sie auch mit langsameren Anlieferungen zurechtkommen.

Flexible Personalpolitik

Von Ihren (teuren) Wissens- und Leistungsträgern sollten Sie sich jetzt auf keinen Fall verabschieden. Sie werden sie noch brauchen! Bieten Sie ihnen stattdessen Teilzeitmodelle oder Arbeitszeitkonten an und nutzen stattliche subventionierte Angebote der Kurzarbeit.

Kostenoptimierte Büroorganisation

Wenn Sie auf leistungsfähige Computer angewiesen sind: Es müssen nicht immer die neusten Komplettmodelle sein. Sehr viel preiswerten sind so genannte Upgrade-Rechner ohne Maus, Tastatur, Festplatten und CD/DVD-Laufwerke. Denn diese Komponenten können Sie in der Regel ohne Probleme auch in einen neuen PC integrieren, der dann nach ein bisschen Feintuning auch sofort läuft. Sie sollten aber über einen Mitarbeiter verfügen, der sich mit den damit verbundenen Bastelarbeiten auskennt.

Nur rentable Geschäfte

Trennen sollten Sie sich von allen Kunden beziehungsweise Projekten, die lediglich die Kosten einbringen. Investieren Sie die so gesparte Zeit in die Produktentwicklung oder in die strategische Planung des Vertriebs. Das gilt auch für derzeit unterbeschäftigte Mitarbeiter im Innendienst. Im Vertrieb könnten diese eine wertvolle Hilfe bei der Absatzförderung sein.