Bei Bankverhandlungen keine "schlafenden Hunde wecken"
Jeder Unternehmer kennt bestimmt diese Situation: Ein Auftraggeber signalisiert ein ausgesprochen gutes Geschäft, zuvor allerdings muss noch Geld in die Hand genommen werden, beispielsweise für die Erweiterung des Geräteparks oder für zu verarbeitende Materialien. Wenn diese Ausgaben nicht über den normalen Cashflow laufen können, ist Fremdkapital erforderlich. Und das kommt in aller Regel von der Hausbank, am einfachsten aus dem gewährten Kontokorrentkredit.
Sofern die (teure) Überziehung nicht zu lange dauert und der Kreditrahmen ausreicht, spricht nichts dagegen. Benötigen Sie aber mehr Kapital, führt kein Weg am Gespräch mit dem Bankberater vorbei. Doch Vorsicht: Verfügen Sie oder Ihr Unternehmen über ein schlechtes Rating (Sparkassen ab 14, Banken ab B) und sind Sie bereits durch länger andauernde Überziehungen aufgefallen, könnten Sie mit dem Gespräch die berühmten „schlafenden Hunde“ wecken. Denn jede Kreditanfrage zieht unweigerlich eine detaillierte Bonitätsprüfung nach sich. Stellt sich dabei heraus, dass die Rückzahlung des Kontokorrentkredits gefährdet erscheint, kann das Institut eine kurzfristige Rückzahlung verlangen und Ihnen das Konto dann nur noch auf Guthabenbasis zur Verfügung stellen. Ihre weitere Existenz wird damit auf eine harte Probe gestellt.
Ausweg: Sie bieten dem Kreditinstitut schon beim ersten Gespräch Sicherheiten an. Wenn diese nicht vorhanden sind, suchen Sie sich andere Geldgeber oder verzichten auf den Auftrag.
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